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Antiasiatischer Rassismus und Altersdiskriminierung

Aktualisiert: 12. Apr. 2023

Hatten Sie schon einmal das Gefühl, dass Sie anders behandelt wurden und ausgeschlossen waren? Diskriminierung und Rassismus hindern uns daran, an der Gesellschaft teilzuhaben. Aus diesem Grund hat GePGeMi anlässlich der Aktionswoche gegen Rassismus eine Informationsveranstaltung zum Thema "anti-asiatischer Rassismus und Altersdiskriminierung" organisiert. Die Veranstaltung fand am 23. März 2023 im Pangea-Haus in Charlottenburg statt.


Antiasiatischer Rassismus


Im ersten Teil der Veranstaltung berichtete Anai Ahrens, die Koordinatorin der Berliner Register, über rassistische Vorfälle gegen asiatisch-gelesene Menschen, die seit der Entstehung der Register dokumentiert wurden. Die Berliner Register sind ein Projekt-Netzwerk, das aus Registerstellen in 12 Berliner Bezirken besteht und aus Fördermitteln des Landes Berlins finanziert wird. Sie wurden ins Leben gerufen, um gegen Diskriminierung und Ausgrenzung vorzugehen. Durch das Dokumentieren von Vorfällen machen die Register Diskriminierung und Rassismus sichtbar. Die Meldung bei den Registern kann daher als wichtiger und einfacher Schritt zur Bekämpfung von Diskriminierung und Rassismus angesehen werden.


Jede Person kann kostenfrei und anonym einen Vorfall melden. Außerdem hilft das Personal der Register Menschen dabei, weitere Unterstützung und Beratung zu finden. Die Grundsätze der Register sind Vertraulichkeit, Respekt und Anonymität. Besonders wichtig ist die Perspektive der Betroffenen, d.h., es wird nicht in Frage gestellt, ob die Erfahrung, die die Betroffenen gemacht haben, tatsächlich Diskriminierung oder Rassismus ist.


Die Berliner Register haben zwischen 2008 und 2022 insgesamt 116 Fälle von anti-asiatischem Rassismus dokumentiert. Das entspricht nur 2,1% der gesamten dokumentierten Fälle.



Es wurde jedoch deutlich, dass rassistische Vorfälle gegen asiatisch-gelesene Menschen während der Corona-Pandemie zugenommen haben.






Im Vergleich zu den Ergebnissen der Berliner Registerstelle haben Umfragen von GePGeMi sowie von Studienergebnisse von DeZIM-Institut ein anderes Bild über den anti-asiatischen Rassismus gezeigt.

Es wurde deutlich, dass viele Menschen mit asiatischem Hintergrund von rassistischen Äußerungen oder Handlungen betroffen sind, mehr als die Zahl, die von den Registerstellen erfasst wurde. Warum haben nur wenige Betroffene die Fälle bei den Registerstellen gemeldet?

Aus Sicht der Teilnehmenden gibt es folgende Antworten:

  • Die Registerstelle sei nicht ausreichend bekannt.

  • Es bestehe Sorge, dass die Meldung kompliziert sei.

  • Die emotionale Auseinandersetzung mit dem Fall belaste Betroffene.

  • Es sei frustriert, weil immer wieder Vorfälle passieren.

Altersdiskriminierung


Im zweiten Teil der Veranstaltung informierten uns Anna Heidrich und Christian Grothaus, zwei Referent*innen der Antidiskriminierungsberatung Alter, Behinderung, Chronische Erkrankung (adb), über Altersdiskriminierung. Die Beratungsstelle setzt sich dafür ein, die Rechte von Betroffenen durchzusetzen und unterstützt sie außergerichtlich. Menschen mit Migrationsgeschichte machen etwa 30% der Fälle aus.





Altersdiskriminierung bedeutet, dass Menschen aufgrund ihres Lebensalters negativ bewertet werden und dadurch die Teilhabe und die selbstbestimmte Lebensgestaltung eingeschränkt wird. Sie tritt nicht nur im Arbeitsbereich auf, sondern auch in anderen Lebensbereichen wie Digitalisierung, Stipendien, Ehrenamt, Krediten, Versicherungen oder Freizeitangeboten.


Ein Beispiel für Altersdiskriminierung ist die Ablehnung einer Bewerbung für eine Führungsposition aufgrund des Alters des Bewerbers, ohne dass die Unterlagen des Bewerbers überhaupt geprüft wurden. Auch in anderen Lebensbereichen, wie zum Beispiel in einer Tanzschule, wird Altersdiskriminierung erlebt, wenn eine Anmeldung abgelehnt wird, weil die Person als zu alt angesehen wird.


Die Beratungsstelle weiß auch von Diskriminierungsfällen im Bereich Gesundheit und Pflege. Zum Beispiel wurden Patienten mit Migrationshintergrund schlecht behandelt. Allerdings sind Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen wie eigene Welten. Es ist schwer, Beweise dafür zu finden. Trotzdem ist es wichtig, solche Vorfälle zu melden und passende Schritte zu ergreifen, um Diskriminierung im Gesundheitsbereich entgegenzuwirken und sicherzustellen, dass alle Patienten fair behandelt werden.




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