Info-Veranstaltung: Die neuen Leitlinien der Seniorenpolitik

Aktualisiert: 10. Aug.

Im Rahmen des Empowerment- und Diskussionstrainings hat GePGeMi eine Info-Veranstaltung zu den neuen Leitlinien der Seniorenpolitik organisiert. Anhand dieses Themas haben die teilnehmenden Seniorinnen und Senioren das Diskutieren trainiert. Es referiert Frau Critina Peirón Baehr, Referentin von Kompetenzzentrum Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe (KomZen).



Warum ist Seniorenpolitik wichtig für Seniorinnen und Senioren mit Migrationsgeschichte?

Der Anteil älterer Menschen in Berlin wächst stetig. Im Jahr 2013 lag die Anzahl der über 60-Jährigen bei 870.304 Personen[1]. Ende 2019, nur sechs Jahre später, zählte Berlin bereits 931.615 Menschen, die das 60. Lebensjahr vollendet hatten[2]. Dieser Prozess wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen.


Von diesen demographischen Entwicklungen sind auch ohne Ausnahme ältere Migrant*innen betroffen. Im Jahr 2019 lag der Anteil älterer Menschen mit Migrationsgeschichte an der Berliner Bevölkerung 60plus bei ca. 17% [3]. Nur innerhalb von zwei Jahren 2017-2019 hat sich die Zahl der Gruppe fast verdoppelt (von 92.834 auf 158.620 Personen) [4]. Dies zeigt, dass die Bevölkerung 60plus Berlins nicht nur immer größer wird, sondern sie wird auch zunehmend vielfältiger.


Angesicht dieser Entwicklung stellt sich die Frage, wie Wünsche und Bedürfnisse älterer Menschen mit Migrationsgeschichte ausreichend berücksichtigt werden können. Hierbei bietet die Berliner Seniorenpolitik Seniorinnen und Senioren mit Migrationsgechichte eine große Chance zur Teilhabe: Sie brauchen keinen deutschen Pass, um sich daran zu beteiligen!

Durch die Beteiligung können sie eigene Wünsche und Bedürfnisse sichtbar machen!


„Eine Politik für ältere Menschen muss eine Politik mit Älteren sein“ (Elke Breitenbach, ehemalige Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales). Berliner Seniorinnen und Senioren mit und ohne Migrationsgeschichte können sich mit ihrem Wissen und Potenzial aktiv in den Bezirken und im Land Berlin einbringen.


Zu einem besseren Verständnis werden die neuen Leitlinien der Seniorenpolitik im Folgenden veranschaulicht.


Die neuen Leitlinien der Seniorenpolitik

Das übergeordnete Ziel der Leitlinien ist die Förderung der Teilhabechancen und des Zugehörigkeitsgefühls von allen Berliner Seniorinnen und Senioren. D.h., Personenkreise wie Seniorinnen und Senioren mit Behinderungen, mit Migrationsgeschichte oder LSBTI [5] sollen in mehreren Handlungsfeldern Beachtung finden.


Es gibt seit 2021 vier Leitlinien, die die Handlungsfelder der Seniorenpolitik bestimmen:


Leitlinie 1 – Förderung der gesellschaftlichen und politischen Teilhabe: Jeder ältere Mensch in Berlin kann sich in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens engagieren, beteiligen und einbringen.

Leitlinie 2 – Förderung der gleichberechtigten und vielfältigen Teilhabe: Der Zugang zu Teilhabechancen ist so gleichberechtigt und vielfältig gestaltet, dass Altern in großer Diversität möglich ist und gefördert wird.

Leitlinie 3 – Schaffung der räumlichen Bedingungen für Teilhabe: Durch Instrumente der Stadtentwicklung sind die Bedingungen für eine vielfältige und gleichberechtigte Wahrung von Teilhabechancen älterer Menschen geschaffen.

Leitlinie 4 – Schaffung der gesundheitlichen und pflegerischen Bedingungen für Teilhabe: Durch die Schaffung der gesundheitlichen und pflegerischen Infrastruktur wird es älteren Menschen ermöglicht, in Würde zu altern, sich als zugehöriger Teil der Stadtgesellschaft zu fühlen und ein selbstständiges und selbstverantwortliches Leben zu führen.


Zur Erreichung der Hauptziele der Leitlinien werden konkrete Maßnahmen klar formuliert, die sich in dem “Maßnahmenkatalog zu den Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik” befinden. Gerne können Sie die Maßnahmen hier lesen!



Einen Üblick über die Maßnahmen der Leitlinie 1 wird GePGeMi in dem nächsten Blog-Beitrag für Sie bereitstellen.







[1] Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Statistischer Bericht. A I 5 - hj 2 / 19.Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2019, Grunddaten, S.4.

[2] Ebenda.

[3] Eigene Berechnung aus Einwohnermelderegister Berlin, Stichtag 31.12.2019

[4] Ebenda.

[5] Die Abkürzung LSBTI steht für Lesben, Schwule, bisexuelle, transgender und intergeschlechtliche Menschen.

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