Veranstaltung: Gemeinsam planen, was wir zusammen gestalten können

Am vergangenen Samstagvormittag, den 30. Januar 2021, fand das 9. Netzwerktreffen (asiatischer) Senior*innen“ im Rahmen des Projektes "Werkstatt pol_Part" statt. Die Teilnehmenden informierten sich bei der Veranstaltung über den Jahresplan des Projektes und haben mit dem Motto „Gemeinsam planen, was wir zusammen gestalten können“ über die Idee der Arbeitsthemen zur politischen Partizipation diskutiert.


Aufgrund der Pandemie-Lage fand die Veranstaltung auch dieses Jahr wieder via Zoom statt. Die Gruppe mit insgesamt 19 Teilnehmern reflektierte großes Interesse an der gesellschaftlichen und politischen Teilhabe der Senior*innen mit Migrationsgeschichte. Die Moderation übernahm Jieun Park.


Über die positiven Feedbacks zu der herausgebrachten Infobroschüre "Mitmachen im Alter mit Migrationsgeschichte in Berlin: 24 Fragen rund ums Thema", war das GePGeMi Team sehr erfreut. Die Teilnehmenden drückten ihre Wertschätzung und große Dankbarkeit an GePGeMi aus. Die Infobroschüren seien sehr gut verständlich, hilfreich und umfangreich gewesen. Darüber hinaus waren sie von der leicht geschriebenen Sprache für Senior*innen sowie auch die alternative Möglichkeit, diese Infobroschüre nochmal in verschiedenen Sprachen lesen zu können, beeindruckt.


Anschließend stellte Jieun Park das Programm des Projektes sowie alle zukünftigen Aktivitäten und Angebote von GePGeMi für das Jahr 2021 vor. Am Ende des Jahres wird eine Abschlusskonferenz stattfinden, in der die Ergebnisse aller Arbeitsgruppen (AG) des Projektes präsentiert werden. Das besondere Ziel des Projektes in diesem Jahr ist, die Kompetenz der Senior*innen mithilfe von Kompetenztrainings und verschiedenen Arbeitsgruppen (AG) zu fördern.



GePGeMi wird insgesamt 4 Rhetoriktrainings zur Kompetenzförderung für Senior*innen anbieten, wobei der 1. Termin schon bereits feststeht. Das 1. Rhetoriktraining wird am Samstag, den 27. Februar 2021, unter der Leitung von Askold Hitzler (M.A. DaF: Kulturvermittlung), stattfinden. Weitere Termine werden demnächst bekannt gegeben.


Des Weiteren werden noch insgesamt 3 Arbeitsgruppen (AG) von GePGeMi angeboten.

  • Arbeitsgruppe (AG) 1: Migrationsgeschichte der Senior*innen

  • Arbeitsgruppe (AG) 2: Interessen und Bedürfnisse von UNS

  • Arbeitsgruppe (AG) 3: Mitmachen im Alter – Wir mischen uns ein!


Die 1. Arbeitsgruppe (AG) wird sich mit dem Thema Migrationsgeschichte der Senior*innen beschäftigen. Die Teilnehmenden werden nach ihrer persönlichen Migrationsgeschichte gefragt. Dieser Austausch wird dann sichtbar gemacht, indem die Erzählungen der Teilnehmenden in Form von Beiträgen in sozialen Medien sowie auch auf der Webseite von GePGeMi, veröffentlicht werden.

❖ Ziel: Wir wollen die vielfältigen Migrationsgeschichten zugunsten der Sensibilisierung in der Gesellschaft verbreiten.

Der erste Termin für die gemeinsame Biografiearbeit liegt zwischen Februar und März 2021.


Die 2. Arbeitsgruppe (AG) wird sich mit den Interessen und Bedürfnissen der Senior*innen mit Migrationsgeschichte in Bezug auf die Altenhilfe auseinandersetzen. Je nach Thema werden die Teilnehmenden Informationen erhalten und sich über eigene Bedarfe und Wünsche diskutieren, sowie mit den Akteur*innen in Praxis, Verwaltung und Politik austauschen.

❖ Ziel: Konkrete Forderungen werden gesammelt, formuliert und Politikern und der Gesellschaft mitgeteilt. Wir wollen einen barrierefreien, gerechten Zugang zum gesunden Leben im Alter (mit Migrationsgeschichte) in Deutschland sicher stellen.

Insgesamt werden 8 Sitzungen geplant und der erste Termin findet im März statt.



Die 3. Arbeitsgruppe (AG) beinhaltet alles rund um das Thema "Politik im Seniorenalter". Es wird über den aktuellen Stand des Wahlprozesses der Seniorenvertretung informiert.

❖ Ziel: Wir unterstützen weitere Ideen zur politischen Partizipation. Bei Bedarf werden interessierte Teilnehmer bei dem Prozess zur Wahl der Seniorenvertretung unterstützt.



Nach einer kurzen Pause wurden die Teilnehmenden in kleinen Gruppen in ihrer Muttersprache (Deutsch, Koreanisch, Vietnamesisch und Thailändisch) eingeteilt. In dieser Gruppenarbeit wurden ihre Interessen, Meinungen und weitere Vorschläge der Teilnehmenden für die Arbeitsgruppen (AG) gesammelt.


Deutsche Gruppe: Wenn keine anderen Diskussionspartner*innen in der eigenen Muttersprache vorhanden war, konnte man sich in der deutschsprachigen Gruppe zusammensetzen und dort diskutieren. Besonders hat ein indonesischer Vertreter sein großes Interesse für die Arbeit zur Sichtbarmachung der Migrationsgeschichte formuliert. Denn die Gruppe ist relativ unbekannt, obwohl die älteren indonesischen Migrant*innen in Berlin aus seiner Wahrnehmung schon lange da sind. Ihre Geschichten sollen auch sichtbar werden.


Koreanische Gruppe: Die Gruppe hat grundsätzlich großes Interesse an allen Arbeitsgruppen gezeigt und über die zwei Themen „Wie können wir weitere Mitstreiter*innen finden?“ und „Wie können wir mit jüngeren Menschen bzw. der zweiten Generation zusammenarbeiten?“ diskutiert. Es ist tatsächlich nicht einfach, weitere aktive Personen innerhalb der koreanischen Gruppen, insbesondere männliche Personen zu finden, weil die koreanischen Männer meistens die Kommunikation auf Deutsch schwierig finden. Ein weiterer Grund liegt auch darin, dass sich viele koreanische Senior*innen immer mehr in der hochaltrigen Lebensphase befinden. Immer mehr Menschen brauchen Pflege oder Hilfe bei der Pflege von ihrer/m Lebenspartner*in. Es könnte deren Interesse erwecken, wenn wir konkret an ihrer Situation passende Themen zur Arbeitsgruppe finden. Die Verbreitung der erschienenen Infobroschüren solle auch für das Erwecken weiterer Interessen sehr gut geeignet sein.


Vietnamesische Gruppe:

Die Teilnehmenden der vietnamesisch-sprachigen Gruppe zeigten tendenziell Interesse für die 2. und 3. Arbeitsgruppe. Die Kultur der vietnamesischen Community habe bereits in den letzten Jahren durch Forschungsarbeiten, Vereine und Aktivisten zu einem gewissen Grad sichtbar gemacht werden können. Jedoch seien die Themen wie Altenhilfe und Seniorenpolitik für die Gruppe noch relativ neu, da ihre Mitglieder ein relativ junges Durchschnittsalter hätten. Bei den wenigen hilfebedürftigen Fällen sei festzustellen, dass sie oft kinderlos seien und in Einrichtungen vereinsamen. An dieser Stelle habe das heimatliche Essen einen hohen Stellenwert. Um die zukünftige Altenhilfe für Vietnam-stämmige besser zu gestalten, sei es notwendig, Ideen zur Selbsthilfe zu entwickeln, aber auch politische Unterstützung einzufordern. Zur politischen Partizipation gebe es bereits in den etablierten Parteien Arbeitsgruppen, in der Meinungen von Zugewanderten gefragt sind. Dennoch sei die Möglichkeit für viele Zugewanderte noch unbekannt. Darüber hinaus sei es notwendig, statistische Daten über ältere Zugewanderte mit Migrationsgeschichte so zu erheben und zu veröffentlichen, dass die Herkunftsländer berücksichtigt werden. Nur so könnte man mehr öffentliche Aufmerksamkeit gewinnen.


Thailändische Gruppe

Die Thailänder*innen haben mehr Wünsche im Prozess des Altwerdens. Sie haben sich deutlich Sorgen um ihre Gesundheit gemacht, deshalb ist die 2. Arbeitsgruppe (AG) für sie sehr interessant. Senior*innen sind kompliziert und haben ständig besondere Bedürfnisse. Sie wollen etwas, aber es ist schwer für sie, es wirklich auszudrücken. Oft fühlen sie sich allein, aber sie wollen es sich nicht eingestehen. Es wäre schön, eine Person zu haben, die sie aus der Einsamkeit befreit und sie im hohen Alter unterstützt.

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