AG II: Interesse und Bedürfnisse von UNS – Thema: Wohnformen im Alter –

Aktualisiert: Juli 15

Wohnform im Alter ist ein zentrales Thema für einzelnen Senior*innen, aber auch für die Seniorenpolitik. Eine passende Wohnform im Alter kann die Lebenszufriedenheit eines Menschen fördern. Sie erfordert jedoch auch eine langfristige Planung, die mit vielen Fragen verbunden ist. Welche Interesse und Bedürfnisse haben (asiatische) Migrant*innen in Bezug auf ihre zukünftige Wohnform? Zur Beantwortung dieser Frage hat GePGeMi eine Infoveranstaltung im Rahmen der „Werkstatt pol_Part“ am 26.06.2021 organisiert. Als Gastreferentin gab Frau Lehrkamp von Pflegestützpunkt Neukölln einen Überblick über verschiedene Wohnformen und Möglichkeiten, sodass Senior*innen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können.



Wohnform im Alter kann grob in zwei Gruppen unterteilt werden. Die erste Gruppe richtet sich nach Älteren, die altersgemäß fit sind, die zweite bietet Dienstleistungen für Menschen, die einen Pflegegrad haben.

  • Seniorenwohnhaus, Seniorenresidenz, betreutes Wohnen oder Service-Wohn gehören zu der ersten Gruppe. Diese Wohnformen teilen die Gemeinsamkeit, dass jede/r Senior*in eine eigene abgeschlossene Wohnung haben, in der sie ggf. mit zubuchbaren Dienstleistungen selbstständig wohnen. Dafür werden mehrere Verträge abgeschlossen: Mietvertrag, Vertrag für Grundleistungen (die sog. Betreuungspauschale) und für Wahlleistungen (je nach Bedarf z.B. Reinigung der Wohnung, oder Mittagstisch).

  • Bei der zweiten Gruppe der Wohnformen handelt es sich um Pflegewohngemeinschaften, die sich in der Regel an Demenzkranken oder Pflegebedürftigen richten. Auch hier müssen mehrere Verträge abgeschlossen werden: Mietvertrag, Pflegevertrag, Betreuungsvertrag und Vereinbarung über Wirtschaftsgeld.

  • Pflegebedürftige können auch in ihrer gewohnten Umgebung bleiben, wenn sie es möchten. Dafür gibt es verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten. Beispielsweise können Menschen mit einem Pflegegrad einen Zuschuss zur Wohnraumanpassung von Pflegeversicherung bekommen. Dieser Zuschuss kann bis zu 4.000€ betragen. Außerdem bieten Pflegedienste und Familie große Ressourcen, damit das Wohnen in eigener Wohnung realisiert wird.

!! Hierbei gab es eine Anmerkung, dass Senior*innen mit Migrationsgeschichte bei der Beantragung eines Pflegegrads benachteiligt werden könnten, weil sie aufgrund von Kultur und Sprachbarrieren ihre Bedürfnisse nicht akkurat ausdrücken und folglich einen niedrigeren Pflegegrad bekämen. In diesem Fall wäre es naheliegend, dass Betroffenen (mit Hilfe von Pflegestützpunkt) einen Widerspruch einlegen.

  • Wenn doch eine neue Wohnung notwendig ist, müssen Senior*innen vor dem Umzug viele Fragen erklären: z.B. Kündigungsfrist oder Umzugskosten. Daher bieten Pflegestützpunkte in jedem Berliner Bezirk Beratungen, die der individuellen Situation von Senior*innen entsprechen. Folgende sind weitere allgemeine Informationen zu diesem Thema:

o Pflegestützpunkte: https://www.pflegestuetzpunkteberlin.de/

o Verein „Selbstbestimmtes Wohnen im Alter“: https://www.swa-berlin.de/

o Leben – Pflege – Digital: https://www.lebenpflegedigital.de/


Anhand des Input-Vortrags von Frau Lehrkamp haben asiatische Senior*innen bei GePGeMi über das Wohnen im Alter diskutiert:


Die Teilnehmenden aller drei Diskussionsgruppen (koreanisch, thailändisch und vietnamesisch) fanden die Information wichtig für ihre zukünftige Planung. Besonders interessant seien die Seniorenresidenz bzw. Seniorenwohnhaus, da diese Wohnformen mehr Dienstleistungen anbieten. Allerdings bleibt die Frage auf, inwiefern sie für einzelnen Senior*innen finanzierbar sind.


Im Fall einer Pflegebedürftigkeit kämen die Pflegewohngemeinschaften in den Fokus. Es sei den Senior*innen generell besser, in einer Gemeinschaft zu wohnen, als allein in ihrer eigenen Wohnung zu bleiben, wenn sie pflegebedürftig wären. Hierbei wünschten sie eine Wohngemeinschaft mit ihren guten Freunden.


Bei allen Wohnformen seien asiatische Senior*innen wichtig, dass sie regelmäßig im Kontakt mit ihrer heimatlichen Kultur bleiben können. Z.B. wünschten sie eine wöchentliche Lieferung ihres heimatlichen Essens, regelmäßigen kulturellen Austausch mit Deutschen und/oder Landsleuten. Auch die Unterstützung zur Ermöglichung von sportlichen Aktivitäten mit anderen Gleichaltrigen wurde genannt. Zu guter Letzt gab es einen Wunsch nach Pflegekräfte, die die heimatliche Sprache sprechen können.


49 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen